Hausarztspezialistin für Sportmedizin, Palliativmedizin, Altersleiden und Psychosomatik

Hausärztliche Geriatrie / Altersmedizin

Die demographischen Veränderungen unserer Gesellschaft schaffen medizinische Bedürfnisse der älter werdenden Menschen. Die Begleitung von Menschen mit chronischen Krankheiten, verbunden mit Fähigkeitsverlusten im Alter, und deren Gesundheitsprophylaxe und -erhaltung sind Inhalt der Geriatrie. Ab dem 30. Lebensjahr, besonders ab dem 50. Lebensjahr, kommt es zu einem altersbezogenen Verlust von Muskelmasse und Muskelkraft, der ggf. durch Medikamente noch verstärkt wird.
Der Begriff "Frailty" / Gebrechlichkeit umfasst einen Symptomkomplex aus dem Verlust von Kraft (Handkraft für Männer weniger als 30kg; für Frauen kleiner 20kg), Geschwindigkeit (länger als 5 Sekunden für 4 Meter), Körpergewicht (mehr als 5kg / Jahr) und somit oft auch Autonomie und Lebensqualität, und ist nicht mit dem normalen Altern gleichzusetzen. Es entsteht ein "Teufelskreis" aus Mangelernährung und Muskelmassenverlust, was zur verminderten Aktivität und reduziertem Stoffwechsel führt, weniger Appetit und Verstärkung der Mangelernährung. Als Hausärztin erfasse ich diese Situationen am ehesten und kann eine Basisbehandlung "richtig essen - mehr bewegen" anregen und im Netzwerk mit teilstationären und stationären geriatrischen Abteilungen gezielte Rehabilitationen durchführen. Dadurch kann ich den Krankheitseintritt verzögern und die Krankheitsschwere mindern. Gelingt es uns, die Psyche der Menschen positiv über Erfolge zu beeinflussen, beginnt die "Aufwärtsspirale". Eine Depression im Alter beispielsweise geht einher mit Muskelmassenverlust und die "Abwärtsspirale" wird ausgelöst. Die Behandlungsmöglichkeiten: Ernährung - Hochwertige Eiweißquellen zu jeder Hauptmahlzeit (Milchprodukte, Fisch, Fleisch, Eier, Hülsenfrüchte, Kartoffeln, Soja und Getreideprodukte), Zufuhr von Vitamin D, Antioxidanzausgleich (reichlich Obst, Gemüse, pflanzliche Öle, Nüsse, Vollkornprodukte, Brot, Fleisch, Wurst, Milch, Käse) und Omega 3 Fettsäuren (regelmäßig pflanzliche Öle und fetter Fisch) sollten Berücksichtigung finden. Die Bewegungsprogramme sollten gestuft stattfinden: Eigenbeübung, Trainingsangebote mit Übungsleitern, physiotherapeutisch geleitete Gruppen mit "Hausaufgabenprogramm". Folgende Behandlungsmöglichkeiten bestehen: Krafttraining, hier gilt, möglichst frühzeitig zu beginnen, Verbesserung der Basisausdauer sowie Training zur Ökonomisierung von Bewegungsabläufen. Auf jeden Übungstag muss ein Erholungstag folgen. In Eigenregie empfiehlt sich Ergometertraining, forciertes Gehen oder strukturiertes Gehtraining am Laufband mit dem Hauptziel: Verbesserung der Geschwindigkeit. Es gilt der Grundsatz: "Der Patient tut auf Dauer nur das, wovon er selbst überzeugt ist!"
Geben Sie sich eine Chance und sprechen Sie mich an, Gebrechlichkeit ist keine zwangsläufige Folge des Alterungsprozesses!

(Quelle: MMM-Fortsch.Med.Nr. 10/2012)