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Pflanzliche Rheuma-Schmerztherapie

Seit Jahrhunderten werden pflanzliche Präparate gegen rheumatische / arthrotische Beschwerden eingesetzt. Heute haben sie immer noch ihren Platz in der Behandlung, meist als Alternative oder Ergänzung zu modernen Antirheumatika.
Zu den Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises gehören viele Krankheitsbilder. Meist sind es aber ähnliche Beschwerden:
Schmerzen in den Gelenken und am Bewegungsapparat, oft schubweise mit typischer morgendlicher Steifigkeit, Überwärmung, Schwellung und Bewegungseinschränkung. Die pflanzlichen Präparate sind nebenwirkungsarm, schmerz- und entzündungshemmend. Dafür benötigen sie bis zum Wirkeintritt eine gewisse Anlaufzeit (ca. 3 Wochen). Durch die Anwendung pflanzlicher äußerlich wirksamer Präparate kommt es durch Durchblutungsförderung häufig zu einer sofortigen Linderung.
Optimal ist daher, äußerlich wirkende Präparate mit systemisch wirkenden zu kombinieren.

Das passende Phyto für mich?

Ob arthrotisch / degenerativ oder entzündlich - Brennessel eignet sich dafür. Monopräparate sind Hox-alpha-Kapseln, Natu-lind und Rheuma-hek. Frische Brennesselblätter, zu einem Spiritus oder einer Tinktur angesetzt, mit denen die schmerzenden Stellen eingerieben werden. Die Einreibungen können auch bei neuralgischen Schmerzen ("Hexenschuss", Umknicken und Sehnenreizungen) Symptome lindern.

Vorwiegend bei Arthrose wirkt Teufelskralle. Es gibt viele Studien zur Droge. Es wirkt antientzündlich und schmerzlindernd. Viele Fertigpräparate sind in Deutschland auf dem Markt: Arthrotabs, Cefatec, Doloteffin, Flexi-loges, Harpagoforte, Hatpavit, Sogoon, Rivoltan, Pascoe Agil und Jacurba. Auch Injektionen sind vorhanden.

Bei starken Schmerzen und Entzündung eignet sich Weidenrinde. Dieses Phyto hat bei rheumatischen Beschwerden eine umfassende Wirkung und kann bei leichten Schmerzen zur alleinigen Behandlung ausreichen. Es eignet sich auch zur Langzeittherapie. Für Menschen mit Asthma oder spastischer Bronchitis ist es nicht geeignet. Ein Präparat ist Assalix.

Leidet der Patient an Weichteilrheumatismus oder Fibromyalgie, dann kann eine fixe Kombi-Tinktur aus Frischpflanzenauszügen lindern. Das Mittel Phytodolor enthält diese Kombination aus Echter Goldrute, Zitterpappel, Esche.

Cayennepfeffer enthält Capsaicin und wirkt als Externa schnell schmerzlindernd, obwohl es nach dem Auftragen anfangs schmerzt und wärmt, wodurch die Transporthemmung einer schmerzvermittelnden Substanz erzeugt wird. Studien belegen, dass Capsaicinanwedungen bei leichten bis mittelgradigen Arthroseschmerzen, vor allem an Knie und Hand, erfolgreich ist. Der schmerzlindernde Effekt wurde nach längerer Anwendung (20 Wochen) deutlicher. Achtung: Kontakt mit Schleimhäuten wie Auge, Nase etc. ist zu vermeiden. Präparate wie Capsamol-Emulsion Salbe, Jucurbum Wärme-Emulsion, Finalgoncreme und Thermo-Bürger Salbe sind Vertreter auf dem Markt.

Johanniskrautöl hilft vorwiegend bei schmerzhaften Sehnenansätzen und Sehnenscheidenentzündungen. Es sollte nicht der Sonnen– und UV-Bestrahlung ausgesetzt werden.

Auch Beinwell- und Arnikaeinreibungen lindern Muskel- und Gelenkbeschwerden. Im Handel sind sie unter den Namen Kyttasalbe und Traumaplant erhältlich. Die Arnikapräparate heißen Arnika Kühl- und Schmerzgel oder Weleda Arnika-Salbe.

Probieren Sie es einfach aus!